Unternehmer-Gemeinschaft «5g» zur
Stärkung des lokalen Baugewerbes
| Turi Weiss, Architekt, Stein am Rhein,
Walter Maus , Maus AG Heizung Sanitär Solar, Eschenz und Andreas Mark,
Roesch Schreinerei AG, Diessenhofen gründeten die «5g»,
die zwischen Steckborn und Diessenhofen dem lokalen Baugewerbe
neuen Schwung verleihen soll. Ein Interview mit den drei «5g»-Initianten
im «Bote vom Untersee und Rhein» von Guido Elser. |

Die «5g» Initianten (v.l.n.r)
Andreas Mark, Walter Maus, Turi Weiss |
Was
bezwecken Sie mit der Gründung der «5g»?
Turi
Weiss: Obwohl in den vergangenen Monaten und Jahren zwischen
Steckborn und Diessenhofen eine rege Bautätigkeit festgestellt
wurde, ging das lokale Baugewerbe bei zahllosen Bauten leider
leer aus. Der Grund dafür liegt wohl vor allem bei den Generalbaunternehmern,
die in der Regel ohne jedes lokale Interesse ihre Aufträge
vergeben. Ausschlaggebend in solchen Fällen ist nur der
Preis. Leider spielen die Qualität und andere Vorteile von
lokalen Unternehmen kaum eine Rolle. Um dieser unerfreulichen
Tatsache entgegenzuwirken, ist Handeln angesagt. Für die «5g» konnten
inzwischen bereits 22 Betriebe gewonnen werden, die gemeinsam
an die Öffentlichkeit zu treten.
Aber sind Fertighäuser bei heute ebenfalls guter Qualität
und breitem Angebot an Bau-Varianten und Ausbau-Standards nicht
erheblich preisgünstiger als konventionelle Bauweisen?
Andreas
Mark: Das Einzige, was uns die Generalbaufirmen bis anhin vor
hatten, ist eine ausgereifte und eindrückliche
Werbe- und Angebots-Strategie. Schon in einer frühen Phase
kann sich der Bau-Interessent für einen Haustyp entscheiden
und weiss demzufolge gleichzeitig, wie teuer ihn sein Traumhaus
zu stehen kommt. Kleinste Anpassungen und Änderungen sind
dabei jedoch nur gegen erhebliche Aufpreise möglich. Dies
wollen und werden wir ändern. Die Stärke von «5g» wird
nicht in einer fertigen Angebots-Palette liegen. Die Individualität
wird unser Vorteil sein. Der Bau-Interessent skizziert uns sein
gewünschtes Haus, gibt uns sein mögliches, finanzielles
Budget bekannt und wir planen ihm sein Gebäude. Auf Wunsch
natürlich ebenfalls zu einem Fixpreis.
Wollen Sie also mit
der «5 g» in unserer Region
eine Trendwende vor allem beim Bau von Einfamilienhäusern
herbeiführen?
Walter Maus: Ja, das wollen wir in der Tat.
Aber nicht nur bei Einfamilienhäusern, auch bei Gewerbe- und Industriebauten
wird dieses System möglich sein. Ausserdem möchten
wir den Generalbauunternehmern nicht den Krieg erklären.
Wir weisen eher vor allem auf unsere Vorteile als regionale,
gut ausgebildete und zukunftsorienterte Unternehmungen hin. Der
Bau-Interessent wird bemerken, dass er diese Vorteile zum selben
Preis erhält. Somit wird sich unsere Idee automatisch durchsetzen.
Was
bedeuten denn ihr einprägsamer Slogan «5g»?
Andreas
Mark: Dass unser Slogan «5g» einprägsam
ist, freut uns sehr. «5g» ist die Abkürzung
für «Fünf Gründe: regional, individuell,
seriös, gemeinsam, nachhaltig». Das sind keine leeren
Worte. Unter «regional» bieten wir vor allem Unternehmungen
aus der Region an, was automatisch auch mit Serviceleistungen
vor Ort auch noch nach 10 oder mehr Jahren verbunden ist. Die «Individualität» haben
wir bereits angesprochen und zeigt unsere Flexibität in
jedem Bereich. «Seriös» bezeichnen wir unsere
Arbeitsweise und vor allem unsere Mitglieder, von denen nicht
wenige schon Jahrzehnte in unserer Region ansässig sind.
Mit «gemeinsam» verstehen wir nicht nur die «5g»-Gemeinschaft,
sondern schliessen auch die Bauherrschaft, die Behörden
und die Banken mit ein, weil jeder diese Bausteine zum Erfolg
eines Gebäudes notwendig sind.
«
Nachhaltig» bedeutet Zukunftssicherung vom örtlichem
Gewerbe, Sicherheit der Arbeitsplätze, Lehrlingsausbildung
in über 15 Berufen., in der region bleibende Steuergelder
sowie auch umweltgerechte Bauweise.
Wie ist die denn «5 g»-Gemeinschaft
organisiert ?
Walter Maus: Wie bei allen anderen Bauvorhaben bieten
auch wir einen Ansprechpartner für alle Baubereiche. Dies wird bei «5g» das
Architekturbüro Turi Weiss sein. Bevor ja die Handwerksbetriebe
der
«
5g» wirken können, ist eine seriöse und ausgiebige
Planung, unter Berücksichtigung und auch unter Mitwirkung
der Bauherrschaft notwendig. Diese Phase geniesst bei uns hohe
Priorität.
Sind nur die bisher 22 Baufirmen in der «5g» exklusiv
vereint, oder sind Sie offen für weitere lokale Unternehmer?
Turi Weiss: Selbstverständlich sind wir offen für
weitere Betriebe. Unter den 22 Unternehmer in der «5g » sind
zur Zeit bereits mehrere Unternehmer der selben Branchen dabei.
Als Eintritts-Bedingung in die «5g» gilt hauptsächlich
die Akzeptanz aller Marktbegleiter (auch der selben Branche),
sowie die Einhaltung der gemeinsam erarbeiteten Richtlinien.
Nur wer bereit ist, den gemeinsam eingeschlagenen Weg zu gehen,
wird letztendlich in die «5g» passen. Denn auch innerhalb
der «5g»-Gemeinschaft wird der Wettbewerb spielen
müssen, so dass letztendlich die Gesamtkosten eingehalten
werden können.(ge)
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